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Saison 2017/2018

 
16.03.2013 10:10 Alter: 5 yrs
Kategorie: WSC - Skisprung / Nordische Kombination
Von: THOMAS PRENZE

Eric Frenzel gewinnt Gesamtweltcup

Eric Frenzel holt sich in Oslo nicht nur den Tagessieg beim Kombinations-Weltcup am Holmenkollen, sondern sichert sich damit auch den Sieg des Gesamtweltcups. Damit ist er der dritte Deutsche hinter Hermann Weinbuch und Ronny Ackermann, der die große Kristallkugel sein Eigen nennen darf. Der WSC Erzgebirge Oberwiesenthal gratuliert Eric und dem gesamten deutschen Team zu diesem sensationellen Erfolg und drückt weiterhin die Daumen.


Saisonkrönung an historischer Stätte: Der Nordisch Kombinierte Eric Frenzel vom WSC Oberwiesenthal hat am Holmenkollen als dritter Deutscher den Gesamtweltcup geholt.

OSLO/CHEMNITZ - Als die historische Tat vollbracht war, ging der König der Kombinierer zum König der Norweger. Es war das zweite Date von Eric Frenzel beim Monarchen Harald V. am berühmten Holmenkollen - dort, wo im nordischen Skisport alles begann. Vor zwei Jahren bei der WM fragte der König den Erzgebirger noch, wie es denn so gewesen sei, bei dem Nebel die ganze Zeit vornweg laufen zu müssen. Auch diesmal zeigte sich der 76-jährige einstige Olympiateilnehmer im Segeln, sehr interessiert: "Ich bin da immer aufgeregt und froh, wenn der König mich etwas fragt. Er wollte diesmal wissen, wie ich die Strecke fand und ob mein Ski gut gelaufen ist. Es war sehr schön, mit ihm zu plauedern", erzählte Eric Frenzel von seiner königlichen Audienz.

Wenige Minuten zuvor sank der 24-Jährige nach einem beeindruckenden Schlussspurt gegen den Japaner Akito Watabe nach der Ziellinie in den Schnee. Die Kraft reichte noch, um seinen Stock zu küssen und die Faust zum Zeichen des Sieges zu erheben. Mit seinem sechsten Weltcup-Saisonerfolg ließ Frenzel gar keine Zweifel aufkommen, wem der Titel des besten Zweikämpfers in diesem Winter zuzuschreiben ist.

Lob vom Vorgänger und Rivalen

Ein 16. Rang hätte ihm genügt, selbst wenn sein schärfster Rivale Jason Lamy Chappuis in Oslo nochmal gewonnen hätte. Doch der Franzose gab bereits vor dem Start nach drei WM-Goldmedaillen im Val di Fiemme zu: "Im Kopf bin ich etwas müde. Das wird echt hart." Und nach dem Wettkampf zollte der diesmal viertplatzierte Olympiasieger dem aus Geyer stammenden Deutschen ein Lob: "Eric hat sich den Gesamtweltcup verdient. Er war über die Saison hinweg der Beste."

In Klingenthal, nach zwei Siegen vor heimischer Kulisse, streifte sich der schmächtige Frenzel erstmals das gelbe Leibchen über und gab es danach nicht mehr her. Auch vom Trubel um seine Person ließ sich der nervenstarke Sportsoldat nicht verrückt machen. "Erschreckend ruhig" wirkte er nach Aussage seines Sprungtrainers Ronny Ackermann. Der Thüringer hatte fünf Jahre zuvor an gleicher Stätte das letzte Mal für Deutschland den Gesamtweltcup geholt. "Bei Eric war zu spüren, dass er nicht nur den Gesamtweltcup perfektmachen, sondern auch als Sieger zum König wollte. Genau das zeichnet ihn auch aus", schätzte Ackermann ein.

Weinbuch: Ein wahrer Champion

Wie schon bei der WM gelang Eric Frenzel am Mittag auf der Holmenkollen-Schanze der beste Sprung, als es im Wettkampf drauf ankam. Es folgte ein taktisch kluges Rennen über 10 Kilometer. An der Strecke drückten Eltern, Schwiegereltern, Freundin Laura und Sohn Philipp (6 Jahre) die Daumen. Die Reise zur Wiege des Skisports hatten Familie und Freunde schon gebucht, als sich der Gewinn der großen Kristallkugel noch gar nicht abzeichnete. "Sie sind mein Rückhalt. Es ist sehr wichtig, wenn man weiß, es ist alles so, wie man sich das wünscht. Dadurch hat man die Gedanken frei für den Sport. Das stärkt einen um einiges", sagte der Weltmeister, bevor er Sohnemann und Freundin in die Arme schloss. Nach einem kleinen Bier in der Wachskabine folgten noch Interview-Termine. Im Gespräch mit "Freie Presse" meint er: "Es macht mich stolz, dass ich diesen Titel habe. Das ist schon was ganz Großes, was sich jeder Sportler erhofft. Ich bin ja schon zweimal Vierter im Gesamtweltcup, also auch nicht so weit weg gewesen. Umso schöner, dass es nun geklappt hat."

Die große Party soll heute nach dem letzten Saisonweltcup steigen. Der Klassiker steht an: Zwei Sprünge und 15 Kilometer, für Eric Frenzel wird die nordische Königsdisziplin so etwas wie eine Ehrenrunde. "Die will ich auf jeden Fall genießen", sagt der neue Gesamtweltcupsieger. Als erstem Deutschem war dies übrigens dem heutigen Bundestrainer gelungen. Hermann Weinbuch zog gestern an historischer Stätte symbolisch den Hut: "Eric hat immer eine Lösung parat. Aus ihm ist ein richtiger Champion geworden."

Quelle: Freie Presse (16.03.2013)